mit dem April ist ein Monat der Freude angebrochen und ich bin dankbar, Ihnen mit diesen Brief die Freude-Botschaft der Geistigen Welt für diesen Monat schicken zu dürfen. Die Freude, die Ur-Freude des Menschen am Mensch-Sein, am Frau- und am Mann-Sein ist uns fast abhanden gekommen. Wir freuen uns immer nur an etwas im Außen, z.B. an der Schönheit der jetzt aufblühenden Forsythien, Magnolien und Mandelbäume. Wir benutzen alles Mögliche, um dadurch Freude zu empfinden. Aber wir haben vergessen, dass die Freude sich in unseren Zellen befindet, dass sie unser Erbe ist, ja, dass wir eine „Freude-DNA“ in uns tragen und dass diese Erde erblüht, weil es den Menschen gibt.

Ich wünsche uns allen, dass wir uns jetzt wieder an diese Ur-Freude erinnern mögen, welche die Mutter der Liebe ist, wie die Geistige Welt schreibt.

Unsere Arbeitswelt wird von immer weniger Menschen als ein Ort der Freude empfunden. Wir verbringen dort mehr Zeit als im Bett oder mit unseren Familien. Wir sagen, wir arbeiten, um zu leben und das ist ein Un-Sinn, das macht keinen Sinn. Wer die Arbeit nicht als unmittelbares Freude-Werk begreift, der quält sich auf Dauer durch seinen Tag in der Hoffnung, am Abend noch ein wenig Spaß oder Ablenkung zu finden. Aber dieser Spaß hat nichts mit der Ur-Freude des Menschen am Mensch-Sein zu tun, er ist eher ein Schmerz- und Gefühlsbetäubungsmittel.


 

Vor einigen Tagen veröffentlichte das Forschungsunternehmen GALLUP in seinem „Engagement Index 2012“, dass im Durchschnitt bereits 25 Prozent aller Arbeitnehmer von Wirtschaftsunternehmen innerlich gekündigt haben, also definitiv kaum Freude an ihrer Arbeit empfinden. Die Ursache hierfür seien die Chefs, die ihre Mitarbeiter zu wenig loben und anerkennen würden.

Demnach brauchen wir nur bessere Chefs und wir hätten zufriedenere Arbeitnehmer. Ich halte das für genauso unsinnig, wie die Forderung nach besseren Lehrern, nach besseren Politikern, nach besseren Führenden in allen Bereichen. „Die da oben“ bauen Mist und darunter müssen wir „hier unten“ leiden. Das ist das Klagelied von (erwachsenen) Kindern, die ihre persönliche Verantwortung auf ihre Eltern abschieben.

Das ist das pure Opfer-Spiel, mit dem wir unsere eigene Verantwortung für unsere innere Befindlichkeit ablehnen und nach Schuldigen im Außen suchen.

Wie sollen Vorgesetzte uns etwas geben, was wir uns selbst vorenthalten, nämlich Lob, Anerkennung, Wertschätzung? Sollen sie Kurse in ‚besserem Loben’ belegen? Wir sollen von Chefs und Motivationstrainern gelobt und motiviert werden, damit wir unsere Arbeit gut machen? Das funktioniert nicht. Freude und Motivation am eigenen Leben und am Arbeiten müssen von innen kommen. Der Mensch darf schauen, wo er seine eigene innere Freude am eigenen Sein verloren hat und wie er über sich selbst, sein Leben, seinen Eigenwert, seine Arbeit denkt und fühlt.

Wir haben seit unserer Kindheit in uns Gefühle wie Angst, Trauer, Wut, Scham und Schuld erzeugt und genährt, indem wir uns mit anderen verglichen und uns selbst als ‚nicht gut’ verurteilten. Weil unsere Eltern auch uns nicht mehr lieben konnten als sich selbst, liefen wir mit dem Hunger nach Liebe und Zuwendung in unsere Partnerschaften und an unsere Arbeitsplätze. So wollen wir bis heute etwas von anderen haben, was wir uns selbst nicht schenken. Wir nehmen uns kaum Zeit für unser Innenleben, für Zeit, Raum und Stille mit uns selbst, für das Fühlen und Ausleiten von Gefühlen wie Angst, Trauer und Wut und konkurrieren mit anderen um Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. 

Auch Vorgesetzte sind im Innern ganz normale Menschen, die sich in aller Regel auch nicht besonders wertschätzen und ihr Selbstwertgefühl an ihre Leistungen binden. Auch sie strahlen selten die Freude am eigenen Sein und Tun aus, gehen nicht gelassen und im inneren Frieden durch ihre Tage mit offenem Herzen und Liebe zu sich und ihren Mitmenschen. Das haben Angestellte und Arbeiter gemeinsam mit ihren Chefs.

In diesen Jahren der großen Transformation, 2012 und folgende, wird jeder Mensch mit der Frage konfrontiert: Mensch, wozu lebst du, wozu stehst du morgens auf, welchen Sinn gibst du deinem Leben und deiner Arbeit? Wer mit sich selbst und seinem Leben nicht ‚rund’, im Frieden und in großer Freude ist, der trägt diese unfriedlichen Energien in seine Firma wie in seine Partnerschaft und das wirkt zerstörend und zersetzend. Wer nur des Geldes wegen arbeitet nach dem Motto ‚Hauptsache, die Kohle stimmt’, wird sich in dieser Zeit innerlich leerer und leerer fühlen und für keine Firma auf Dauer ein Gewinn sein. Hierin liegt die eigentliche Ursache für die ‚innere Kündigung’ so vieler Menschen, für die zunehmenden Krankheitstage, für die Depressionen, Burnout-Fälle und auch für das Phänomen des ‚Mobbing’.

Wir werden jetzt massiv vom Leben aufgefordert, wesentliche Korrekturen vorzunehmen am Umgang mit uns selbst und anderen, um unsere persönliche Verantwortung für unsere innere und körperliche Befindlichkeit wieder in unsere Hände zu nehmen. Wir dürfen uns die Unbewusstheit und Härte vergeben, mit der wir uns selbst und anderen gegenüber durchs Leben gegangen sind und das Wunderbare in uns und an diesem Leben entdecken. Hierfür kann dieses aufbrechende Frühjahr uns eine gute Bühne bieten.

Ich wünsche jedem, dass er sich in diesem Monat Zeit und Mußestunden nimmt, um sich in dieser aufblühenden Natur durch Mutter Erde an die tiefe Freude erinnern zu lassen, die in unseren eigenen Zellen gespeichert ist. Der Mensch ist von Natur ein Mensch der Freude, der mit großer Begeisterung lebt, liebt und arbeitet.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr